Schmerztherapie

Schmerzen möchte niemand haben. Gerne werden sie ignoriert, verdrängt, mit Tabletten bekämpft. Ohne die Ursachen zu sehen. Ohne sie als Alarmzeichen zu verstehen, dass etwas im eigenen Körper nicht stimmt. Schmerzen sind Ausdruck einer körpereigenen Sprache. Sie wollen uns etwas sagen. Vor allem das, dass etwas anders ist als sonst. Jeder hat seine eigene Schmerzgrenze. Was für den einen kaum zu ertragen ist, scheint den anderen nicht zu berühren. Wenn wir Schmerzen über lange Zeit als selbstverständlich hinnehmen, tun wir uns dadurch keinen Gefallen. Wir werden nicht abgehärtet, wie manche glauben.

TCM als neuer Weg gegen Schmerzen

Wir werden aber viel länger brauchen, aus dem Tal der Schmerzen wieder herauszukommen, als wenn wir frühzeitig aktiv würden. Es kann gut passieren, dass man bereits alles versucht hat, mittels einer Therapie gegen den Schmerz anzugehen, und doch nicht weiterkommt. Hier können Alternativen zum Einsatz kommen. Ein neuer Ansatz, der mit der Aktivierung von Selbstheilungskräften einen neuen Weg aufzeigt: Das TCM.

Wozu gibt es Schmerzen?

Schmerzen entstehen überall dort, wo der Körper Reizungen ausgesetzt wurde, wo Wunden oder Entzündungen entstanden sind. Dieser Schmerz ist kein Gegner, sondern ein Helfer. Akute Schmerzen empfinden wir zum Beispiel bei Zahnweh, Verstauchungen, Prellungen, bei Schnittverletzungen, Sonnenbrand oder Muskelverspannungen. Die Schmerzen zwingen uns zum Innehalten und bewahren uns vor Schlimmeren. In der Regel klingen solche akut auftretenden Schmerzen in einem gewissen Zeitfenster von alleine wieder ab, sobald die auslösende Ursache geheilt und beseitigt worden ist.

Wenn die Schmerzen nicht mehr aufhören

Wenn viele Menschen langanhaltende oder häufig wiederkehrende, sogenannte chronische Schmerzen haben, hat das oft zwei Ursachen:

  • Eine Vielzahl von chronischen Erkrankungen ist mit Schmerzen für die Betroffenen verbunden, z.B. rheumatische Leiden, Durchblutungsstörungen bei Diabetes oder Tumorerkrankungen.
  • Schmerz kann selbst zu einer Erkrankung werden, auch wenn eine körperliche (somatische) Ursache nicht oder nicht mehr vorhanden ist. Der Schmerz verliert dadurch seine biologisch sinnvolle Warnfunktion.

Therapie gegen den Schmerz

 Die Therapie gegen den Schmerz hat folgende Ziele:

  • Symptomlinderung (zum Beispiel beim Schmerz)
  • Aktivierung der Selbstheilungskräfte
  • langfristige Veränderung der Stoffwechselvorgänge, etwa mittels Fasten
  • veränderte Körperwahrnehmung (Achtsamkeit und achtsame Bewegung)
  • Selbstwirksamkeit: Die Patienten machen eine positive Erfahrung, dass sie beispielsweise durch Änderung ihrer Einstellung bzw. durch die naturheilkundlichen Verfahren und Methoden selbst Einfluss auf ihre Symptome nehmen können

Unter dem Begriff "Schmerztherapie" wird eine breite Palette an Maßnahmen verstanden, welche zur Verbesserung der Lebensqualität, Funktion und Schmerzreduktion. Der "Schmerztherapeut" ist so etwas wie ein Coach. Er hat die Aufgabe der Indikation, Koordination, Edukation, Durchführung all dieser Maßnahmen und zuvorderst der Patientenführung.

TCM will dabei eine Alternative aufzeigen. Den Schmerz zum Verstummen zu bringen, indem man nur Tabletten schluckt, kann auf Dauer nicht der richtige Weg sein. Herkömmliche Schmerzmittel verschleiern nur die Symptome. Genau hier setzt die Traditionelle Chinesische Medizin an und kann in vielen Fällen ein echte Alternativ bieten. Sie hat nicht nur eine Lösung parat, sondern ein ganzes Bündel an Möglichkeiten, die Schmerzen bestmöglich zu therapieren.

Beweg Dich mehr!

Gerne begründen wir die Schmerzen des modernen Menschen auch mit der Tatsache, dass wir uns heutzutage zu wenig bewegen, zu viel sitzen. Das hat seine Richtigkeit. Die moderne Technik wie z.B. Schrittmesser zeigen überdeutlich, dass wir uns täglich nur noch wenig bewegen, meist legen wir nur minimale Wege zurück. Im Büro z.B. nur den Weg zwischen Schreibtisch und Kopierer. Aber auch wer sich viel bewegt und ausgiebig Sport treibt, bleibt von Schmerzen nicht verschont. Prominentes Beispiel ist der Tennisarm. Seit den 80ern, als Tennisstar Boris Becker für einen deutschen Tennisboom sorgte, quälen sich hierzulande viele Menschen mit einem Tennisarm herum. Und auch Becker selbst leidet unter dauerhaften Schmerzen an seinen Gelenken, die er im Sport regelrecht vor unser aller Augen ruiniert hat.

Immer wenn Belastungen einseitig sind, können Schmerzen auftreten, die unbehandelt auch chronisch werden können. Durch das viele Sitzen in unserer Arbeitswelt und zuhause fördern wir unbewusst eine weiteres Fortschrittsleiden: die Rückenschmerzen. Sie können uns schon im Kindesalter quälen.

Die Traditionelle Chinesische Medizin blickt auf eine lange Geschichte zurück und kennt die Zivilisationskrankheiten schon aus der Frühzeit. Ihre damals gewonnenen Weisheiten sind noch heute modern und anwendbar.

TCM bei Schmerzen

TCM begreift den Schmerz als Stagnation der Lebenskraft Qi und Blut Xue im wahrsten Sinne des Wortes: Der Anwender der Traditionellen Chinesischen Medizin wird seinen Patienten auch immer ganz wörtlich begreifen, also anfassen und dadurch erste Erkenntnisse über den Menschen gewinnen. Diese Herangehensweise stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Wird erkannt, was die Schmerzen verursacht, kann meist eine individuelle Therapie erstellt werden. Herkömmliche Schmerzmittel dagegen haben die schlechteren Karten, sie können kurzfristig Blockaden lösen und lindern, aber nicht das Übel an der Wurzel packen. Die nervale Reizverbindung zwischen der Schmerzstelle und dem Gehirn wird zwar bei Medikamentengabe mehr oder minder unterbrochen, oder andere Schmerzdämpfungsmechanismen ausgelöst, aber die Stagnation von Qi und Xue ist nach wie vor unverändert vorhanden. Klingt die Wirkung der Tablette ab, ist der Schmerz meist unvermindert wieder da. Dazu kommen bei regelmäßiger Gabe oftmals die Nebenwirkungen.

Viele Möglichkeiten der TCM

Die individuelle TCM-Therapie bedient sich mehrerer Möglichkeiten, primär der Akupunktur. Moxibustion und chinesische Heilkräuter heben die Stagnation nach der TCM-Lehre wieder auf und können den Schmerz als Symptom nachhaltig abschalten.

Besonders die klassische TCM-Akupunktur hat sich als effektive Therapie gegen Schmerzen bewährt, da sie oftmals lokal die in der TCM beschriebene Stagnation in den sogenannten Meridianen auflösen kann.

Die chinesischen Heilkräuter können helfen, wenn es nicht nur um lokale Stagnation, sondern um eine Systemische Stagnation - also einer des ganzen Körpers - geht. Sie können nach den Vorstellungen der TCM ganz gezielt an bestimmten Zonen des Körpers z.B. Kopf, Schultern oder Rücken Energie aufbauen und den Blutfluss anregen, um so die Schmerzen aufzulösen.

Grundsätzlich wird die TCM von der Schulmedizin nicht akzeptiert, weil die pathophysiologischen Vorstellungen sehr von der westlichen Medizin abweichen. Jedoch sind einzelne Behandlungsarten der TCM durch supranationale Behörden bereits anerkannt worden. Das gilt vor allem für die Akupunktur, die von der WHO für viele Indikationen, gerade im Bereich der Schmerztherapie anerkannt ist.